ADHS-Forschung in 18 Institutionen
@ Tim Reckmann / pixelio.de

ADHS-Forschung in 18 Institutionen

Forschung gegen ADHS

Häufig sind Kinder unruhig und zappelig, dagegen neigen viele Erwachsene zu Depressionen oder weisen Suchtverhalten auf. Auch bipolare Störungen sind keine Seltenheit. Eines vereint diese Symptome – ADHS. Die Mediziner der Uniklinik haben es sich jetzt zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, wie erwachsenen ADHS-Patienten geholfen werden kann. Auch die EU ist an einer Lösung interessiert und fördert die Forschung.

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Modediagnose ADHS bei Kindern

ADHS ist in jüngster Zeit durch eine sogenannte „Modediagnose“ aufgefallen. Viele unruhige Kinder haben die Diagnose ADHS erhalten. Allerdings ist mittlerweile die Erkenntnis eingetreten, dass die Erkrankung ADHS bei jedem zweiten Kind im Laufe der Zeit verschwindet. Bei den Kindern, die jedoch bis ins Erwachsenenalter an der Krankheit leiden, äußern sich die Symptome bis hin zu Depressionen, welche rund 15 % der Erkrankten betreffen. Ebenso schleichen sich in das Leben derer, die so stark erkrankt sind, auch Symptome wie eine Sucht oder weitere psychische Erkrankungen. Oftmals werden diese Auswirkungen gar nicht mit der Krankheit ADHS in Verbindung gebracht.
Um den Erwachsenen, welche von ADHS betroffen sind, zu helfen, hat sich ein internationales Wissenschaftlerteam zur Aufgabe gemacht, Methoden als Heilverfahren zu erforschen. Das Forschungsprojekt soll sich über 5 Jahre erstrecken. Insgesamt sind 18 Institute aus 9 Ländern beteiligt. Ebenso fördert die EU das Projekt mit einer Finanzspritze von sechs Millionen Euro. Allein eine Millionen Euro fließt den Forschern in Frankfurt zu.

Vermeidung einer Negativspirale von psychischen Störungen

Andreas Reif, welcher Professor in Frankfurt ist und Studienleiter sowie Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik sowie Psychotherapie ist, und Christine Freitag, welche Direktorin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik sowie Psychotherapie für Kinder und Jugendliche ist, sind die Verantwortlichen der Forschung. Die beiden Zuständigen haben sich als Ziel gesetzt, ein Instrumentarium für Behandelnde zu entwickeln. Dieses soll den Jugendlichen und Erwachsenen helfen, einer Negativspirale von psychischen Störungen aufgrund der Erkrankung ADHS zu entkommen.
In der Studie sind 234 Patienten, welche zwischen 15 und 25 Jahre alt sind, einbezogen. Die Versuche werden an vier der 18 Institute durchgeführt. Neben der herkömmlichen Therapie mit Ritalin erhalten die Probanden entweder keine zusätzliche Behandlung oder sie bekommen via App die Motivation, Sport zu betreiben. Eine andere Gruppe hingegen wird mit Hilfe einer Lichttherapie stimuliert. Eine halbe Stunde Kunstlicht am Tag wird dabei erprobt. Zudem erhält das Smartphone der Personen aus diese Gruppe Sensoren, welche die Helligkeit der Umgebung erfassen.

Nach zehnwöchiger Studie werden die Teilnehmer der unterschiedlichen Gruppen dann hinsichtlich ihrer Neigung zur Depressivität zu vergleichen. Selbige Untersuchung wird nach 3 Monaten nochmals durchgeführt, um die Nachhaltigkeit der Therapieformen zu erfassen.

Die Daten aus einer so kurzen Studie können jedoch nur als Hinweis gesehen werden, es bedarf daher Folgestudien.

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