Mittwoch, April 06, 2011 21:00 PM

AOK fordert mehr Sorgfalt bei Verordnung von Psychopharmaka

© Rainer Sturm/ pixelio.de

Die Auswertung der Verordnungsdaten 2010 der AOK Rheinland/Hamburg hat ergeben, dass immer mehr Menschen immer mehr Psychopharmaka verschrieben bekommen. Konkret stieg die Verordnungsmenge  (= Anzahl der Packungen) von 2009 auf 2010 um 2,1% an. Außerdem wurden vermehrt höherpreise Psychopharmaka verschrieben.

Besonders auffällig ist die stetig zunehmende Verordnung von Antidepressiva. Allein von 2009 auf 2010 erhöhte sich die Zahl der betroffenen Patienten um 21,4% und die Verordnungsmenge von Antidepressiva um 12,8%. Fast jeder elfte Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg erhielt mindestens einmal im Jahr ein Antidepressivum verordnet, das entspricht einem Anteil von 8,6% der Versicherten. Den höchsten Anteil machen hierbei die 75- bis 90-Jährigen aus, von denen 15% Antidepressive verschrieben bekommen haben.

Besonders alten Menschen, aber auch Kindern und Jugendlichen werden mehr Psychopharmaka verschrieben. Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg bezweifelt, dass diese Zunahme der Verordnungsmenge therapeutisch notwendig und dass Umfang und Art des Psychopharmaka-Einsatzes angemessen und zweckmäßig ist. Die Höhe des Anstiegs kann er nicht nachvollziehen und er sieht auch keine rationale Begründung hierfür.

Angesichts dieser Entwicklung sind die Experten der AOK Rheinland/Hamburg beunruhigt, denn wenn diese Arzneimittel zu früh und zu sorglos verschrieben werden, können sie dem Patienten mehr schaden als Nutzen.

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