AOK fordert mehr Sorgfalt bei Verordnung von Psychopharmaka

© Rainer Sturm/ pixelio.de

Die Auswertung der Verordnungsdaten 2010 der AOK Rheinland/Hamburg hat ergeben, dass immer mehr Menschen immer mehr Psychopharmaka verschrieben bekommen. Konkret stieg die Verordnungsmenge  (= Anzahl der Packungen) von 2009 auf 2010 um 2,1% an. Außerdem wurden vermehrt höherpreise Psychopharmaka verschrieben.

Besonders auffällig ist die stetig zunehmende Verordnung von Antidepressiva. Allein von 2009 auf 2010 erhöhte sich die Zahl der betroffenen Patienten um 21,4% und die Verordnungsmenge von Antidepressiva um 12,8%. Fast jeder elfte Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg erhielt mindestens einmal im Jahr ein Antidepressivum verordnet, das entspricht einem Anteil von 8,6% der Versicherten. Den höchsten Anteil machen hierbei die 75- bis 90-Jährigen aus, von denen 15% Antidepressive verschrieben bekommen haben.

Besonders alten Menschen, aber auch Kindern und Jugendlichen werden mehr Psychopharmaka verschrieben. Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg bezweifelt, dass diese Zunahme der Verordnungsmenge therapeutisch notwendig und dass Umfang und Art des Psychopharmaka-Einsatzes angemessen und zweckmäßig ist. Die Höhe des Anstiegs kann er nicht nachvollziehen und er sieht auch keine rationale Begründung hierfür.

Angesichts dieser Entwicklung sind die Experten der AOK Rheinland/Hamburg beunruhigt, denn wenn diese Arzneimittel zu früh und zu sorglos verschrieben werden, können sie dem Patienten mehr schaden als Nutzen.

Ein Kommentar

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin ebenfalls besorgt ueber die Zunahme von Verschreibungen sogenannter Psychopharmaka, welche ich leider auch in mehreren Faellen in meiner Familie beobachten muss. Weiterhin beobachte ich, dass diese Medikamente ausser Nebenwirkungen und einer Art “Beruhigung” keinerlei Effekt haben. Ich habe mich auch ausfuehrlich informiert und finde keine wissenschaftlichen Belege oder Studien ueber die Wirksamkeit dieser Mittel, allerdings alarmierende Zusammenhaenge zu veruebten Schwerverbrechen.

    Als Kunde der AOK begruesse und unterstuetze ich Ihre Bekanntmachung. Da fuer jedermann ersichtlich ist, dass hier Geld die Hauptrolle spielt, was ihrer rationalen Begruendung eine Antwort sein koennte. Ob rational ist allerdings fraglich, aber ich begruesse ihren Mut, dem entgegenzutreten und moechte Sie wissen lassen, dass ich 100% auf ihrer Seite bin.

    Mit freundlichen Gruessen
    Alf Kraus
    Merseburg

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