Apotheken erwarten weniger Arzneimittelausgaben

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Jahrelang unterlagen die Arzneimittel in Deutschland drastischen Kostensteigerungen, doch für dieses Jahr erwarten die Apotheken zum ersten Mal sinkende Arzneimittelausgaben.

Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV), teilte der Nachrichtenagentur dpa mit, dass die gesetzlichen Krankenkassen in diesem Jahr erstmals weniger ausgeben dürften als im Jahr zuvor. Laut DAV wurde 2010 (ohne Impfstoffe) ein Zuwachs von 1,1% verzeichnet, das entspricht einer Summe von 27,9 Milliarden Euro. Dies sei zum einen auf die Spargesetze von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) und zum anderen auf die leicht gesunkene Zahl abgegebener Arzneimittelpackungen zurückzuführen. 2010 wurden 731 Millionen Packungen verkauft.

2007 lagen die Arzneimittelausgaben laut DAV bei 24,5 Milliarden Euro, 2008 bei 25,8 Milliarden Euro und 2009 bei 27,6 Milliarden Euro. Die offiziellen Zahlen der Krankenkassen sind aufgrund anderer Berechnungsgrundlagen höher. Dem DAV zufolge konnten die Kassen 2010 durch die Rabattverträge mit den Herstellern rund 1 Milliarde Euro einsparen, was jedoch in den offiziellen Ausgabenzahlen noch nicht berücksichtigt sei, weil das eingesparte Geld erst später von den Kassen erstattet wird.

Für die Apotheken bedeuten die sinkenden Ausgaben der Kassen gleichzeitig höhere Belastungen, denn der Großhandel gibt Becker zufolge seinen Anteil an Abschlag in Höhe von 200 Millionen Euro järhlich an die Apotheken weiter. Viele Apotheken können diese Einsparungen nicht mehr stemmen und müssen schließen, für Becker ist “der Bogen überspannt”.

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