Experten warnen: Fleisch, Fisch und Alkohol können Gicht auslösen
© w.r.wagner / pixelio.de

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Gicht ist eine Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft, aber auch vor Jüngeren nicht Halt macht. Gründe für das Auftreten der Stoffwechsel-Krankheit gibt es mehrere. Einer davon ist die Ernährung, die durchaus ihren Anteil daran haben kann, wenn es wiederholt zu Gicht-Schüben kommt.

So warnt das Institut für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWiG) aktuell davor, dass entgegen der weit verbreiteten Meinung nicht nur Fleisch das Risiko für Gicht erhöhen kann, sondern auch Fisch und Meeresfrüchte, die in anderer Hinsicht Fleisch klar vorzuziehen sind, Risikofaktoren darstellen.

Generell sind größere Mengen tierischer Lebensmittel für Menschen, die schon Gicht-Schübe hatten, nicht zu empfehlen. Denn tierische Lebensmittel erhalten hohe Mengen an Purinen, die im menschlichen Körper zu Harnsäure abgebaut werden und im Regelfall über den Urin ausgeschieden werden. Wenn allerdings die Nieren es nicht schaffen, ausreichend Harnsäure über den Urin aus dem Körper zu befördern, erhöht sich der Harnsäurespiegel im Körper. Erreicht dieser einer gewisse Grenze, die von Mensch zu Mensch verschieden ist, kann es zur Bildung von Kristallen kommen, die sich im Körpergewebe ablagern und dort Gichtanfälle auslösen können. Meist passiert dies in Gelenken, wo die Gichtschübe besonders schmerzhaft sind.

Medikamente ebenfalls ein Risikofaktor

Über die Nahrung aufgenommene Purine sind allerdings nicht der einzige externe Risikofaktor für Gicht. Dazu zählen stattdessen auch einige Medikamente und Getränke, die den Harnspiegel erhöhen. Bei den Medikamenten sollten anfällige Menschen mit entwässernden Mitteln ebenso vorsichtig umgehen wie mit Arzneien, die Acetylsalicylsäure (ASS) enthalten.

Bei den Getränken gelten insbesondere Bier und hochprozentiger Alkohol als gefährlich, wohingegen in Maßen konsumierter Wein laut dem IQWiG kein Risikofaktor ist. Aber auch nicht-alkoholhaltige Getränke können das Risiko für eine Gichterkrankung erhöhen. So teilte das IQWiG auch mit, dass Getränke mit Zuckerzusatz oder mit hohem Fruchtzuckergehalt ebenfalls nicht im Übermaß konsumiert werden sollten. Generell gilt es für gichtanfällige Menschen auf die Ernährung und das körperliche Wohlbefinden zu achten, denn das Risiko für Gicht-Schübe erhöht sich auch bei Übergewicht.

Gichterkrankung ernst nehmen!

Auf die leichte Schulter nehmen sollte man die Gicht indes keinesfalls. Selbst wenn sich die Gichtattacken an den Gelenken einigermaßen aushalten lassen, sind diese nicht folgenlos. Denn durch die Ablagerungen von Harnsäurekristallen können die Gelenke langfristig Schaden erleiden. Und noch schwerwiegender: weil letztlich durch Gicht auch die Nieren als Ausscheidungsorgane in Mitleidenschaft gezogen werden, droht im Extremfall sogar eine Niereninsuffizienz.

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