Gefährliche Nebenwirkungen bei Medikamenten
Foto: Rita Thielen / pixelio.de

Gefährliche Nebenwirkungen bei Medikamenten

Gefährliche Nebenwirkungen bei Medikamenteneinnahme

gefährliche Medikamente

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Wo Angestellte arbeiten, kommt es zu Fehlern. Häufig hat dies keine dramatischen Auswirkungen. Handelt es sich jedoch bei dieser Tätigkeit um das Verabreichen von Medikamenten, sieht es schon anders aus. In Krankenhäusern und Alten- sowie Pflegeheimen kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, wie N24 online kürzlich berichtet hat.

Zwischenfälle im Krankenhaus

Zu Komplikationen kam es beispielsweise am Frankfurter Universitätsklinikum, als eine Frau nach einer Operation an einem Gelenk ihr Medikament nicht nur einmal pro Woche erhielt, sondern stattdessen jeden Tag.
Experten vermuten, dass bis zu zehn Prozent der Medikamentengaben im Krankenhaus fehlerhaft sind. Die Bandbreite ist dabei groß: So kann es sein, dass lediglich eine Verwechselung der Zeitangabe vorliegt, was in vielen Fällen nicht dramatisch ist. Möglich ist aber ebenso, dass jemand mit einem gesunden Herzen plötzlich ein Herzmedikament einnimmt. Durch die Überdosierung entstehen unter Umständen lebensgefährliche Komplikationen.

Nach Medikamenteneinnahme in die Notaufnahme

Allerdings sind nicht nur professionelle Kräfte in Krankenhäusern und Altenheimen davon betroffen. In privaten Haushalten kommt es weitaus häufiger zu solchen Zwischenfällen.
„In den Notaufnahmen der Krankenhäuser kommt es pro Jahr ungefähr zu zwei Millionen Fällen aufgrund von Medikamenten-Nebenwirkungen“, weiß Julia Stingl, Vizepräsidentin des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.
Ein großer Teil dieser Nebenwirkungen ist unter Umständen zu vermeiden. Allerdings ist im Moment noch unklar, ob sie durch eine falsche Anwendung zuhause entstehen oder bereits eine falsche Verschreibung erfolgt.

Mehr Sicherheit bei der Arzneimittelgabe gewünscht

Um dem Phänomen auf die Schliche zu kommen, gibt es schon seit 2013 eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Arzneimittelsicherheit beschäftigt.

Patienten, die von der Uniklinik-Apotheke ihre Medikamente erhalten, können freiwillig und anonym an diesem Programm teilnehmen. Ihre Verschreibungen landen in einem speziellen System und unterliegen dort einer Kontrolle. Verschreibt ein Arzt beispielsweise ein neues Medikament, bei dem es zu gefährlichen Wechselwirkungen mit einem bestehenden Arzneimittel kommen kann, schlägt es Alarm. Das Gleiche ist der Fall, wenn ein Patient eine falsche Dosis erhält oder ein anderes Mittel als beabsichtigt einnimmt. Außerdem ermutigt die Apotheke die Kranken, sich zu melden, sobald ihnen etwas falsch vorkommt.

Um die Fehlerquote zu senken, überlegt die Uniklinik, ab 2016 die Routine zu ändern. Jeder einzelne Patient soll dann seine individuell beschriftete Verpackung anstelle der üblichen Medikamentenschieber erhalten.

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