Dienstag, Januar 04, 2011 22:00 PM
Höheres Lungenkrebsrisiko durch Tuberkulose

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Eine in der Januar-Ausgabe im „Journal of Thoracic Oncology“ der internationalen Vereinigung zum Studium von Lungenkrebs (IASLC) veröffentlichte umfangreiche taiwanesische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Menschen mit Tuberkulose häufiger an Lungenkrebs erkranken als Gesunde.
Die Studie der Forscher der China Medical University im taiwanesischen Taichung liefere „überzeugende Beweise“, auch wenn der Zusammenhang noch genau untersucht werden müsse. Allerdings haben die Erkenntnisse große Bedeutung im Kampf gegen die ansteckende Krankheit: So haben die Wissenschaftler herausgefunden, das das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken nach einer Tuberkulose rund elfmal höher ist.
Die Forscher der China Medical University hatten dazu die Daten von einer Million Patienten im nationalen Gesundheitsprogramm des Landes ausgewertet. Sie identifizierten 4.480 Patienten über 20 Jahren, bei denen zwischen 1998 und 2000 Tuberkulose diagnostiziert worden war, um einen Zusammenhang zwischen dem Leiden und Lungenkrebs zu ermitteln. Die zweite Untersuchungsgruppe bestand aus 712.000 Patienten, bei denen keine Tuberkulose-Diagnose vorlag. Keiner der Teilnehmer litt zu Beginn der Studie unter Krebs.
Beide Gruppen wurden zwischen 2001 und 2007 von den Forschern weiter untersucht und sie ermittelten, wie viele Studienteilnehmer in dem Zeitraum an Lungenkrebs erkrankten. So kamen auf 10.000 Menschen, die ein Jahr lang von den Wissenschaftlern beobachtet wurden, in der Kontrollgruppe statistisch 2,4 Lungenkrebsdiagnosen. Bei der Gruppe der Tuberkuloseerkranken hingegen waren es 26,3.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind mehr als zwei Milliarden Menschen oder ein Drittel der Weltbevölkerung mit Tuberkulosebakterien infiziert. Jede Sekunde steckt sich jemand mit den Erregern an. Bei einem von zehn Infizierten bricht die Tuberkulose im Laufe seines Lebens aus. Im Jahr 2009 starben 1,7 Millionen Menschen an Tuberkulose, die meisten in Entwicklungsländern – mehr als die Hälfte in Asien.
So sind die taiwanesischen Wissenschaftler der Ansicht, dass ihre Erkenntnisse im weltweiten Kampf gegen die Tuberkulose einfließen sollten – wie etwa bei der Früherkennung und Vorbeugung von Lungenkrebs. Der größte Risikofaktor für Lungenkrebs ist das Zigarettenrauchen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland pro Jahr knapp 50.000 Menschen an Lungenkrebs.
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