Impfung gegen Meningokokken in Diskussion
@ Tim Reckmann / pixelio.de

Impfung gegen Meningokokken in Diskussion

Meningokokken B-Impfung wird diskutiert

Kennzeichnend für die Erkrankung Meningokokken sind die ersten Anzeichen eines grippalen Infekts. Jedoch kann eine Meningitis lebensgefährlich werden. Gerade für Kleinkinder stellt die Erkrankung eine Gefahr dar. Aus diesem Grund werden Menschen schon in frühen Jahren gegen Meningokokken geimpft. Allerdings wird die Impfung in Großbritannien heiß diskutiert.

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Lebensgefährliche Krankheit für Kinder

Obwohl der Verlust des eigenen Kindes sehr schmerzhaft ist und die Trauer der Familienangehörigen erst einmal intern verarbeitet werden muss, dennoch veröffentlichen Eltern in Großbritannien in den letzten Tagen immer wieder Bilder von ihren erkrankten Kindern. Sie wollen damit auf eine Krankheit hinweisen, die in ihren Augen zu wenig Aufmerksamkeit findet, hinweisen: Meningitis B. Die Infektion kann durch die Bakterien Meningokokken B eine lebensgefährliche Hirnhautentzündung auslösen oder zu einer Blutvergiftung führen. Die schockierenden Bilder zeigten in Großbritannien ihre Wirkung. Mehr als 800000 Menschen haben eine Petition unterzeichnet. Diese fordert die Impfung für alle Kinder bis mindestens elf Jahre. Lee Both, der Initiator der Petition, sei von der Resonanz positiv überrascht. Er selbst hat eine seiner zwei Töchter an die Krankheit verloren.

Zugelassener Impfstoff seit 2013

Erst seit Ende 2013 hat sich ein zugelassener Impfstoff gegen die Bakterien Meningokokken B etablieren können. Als Pionier hat England die Impfung für Babys als kostenlosen Standard eingerichtet. Jedoch ruft das wie Wut der Eltern, deren Kinder bereits älter sind, hervor. Sie sind entrüstet darüber, dass die Impfung bei ihren Kindern nicht nachgeholt wird und sie dafür selbst zahlen sollen.

Regelung in Deutschland

Die Ständige Impfkommission (Stiko) sieht in Deutschland bisher jedoch lediglich eine Impfung für Personen, welche ein erhöhtes Risiko aufweisen, an den Meningokokken zu erkranken, vor. Beispielsweise werden Personen, welche eine angeborene Immunschwäche haben oder in nahem Kontakt zu bereits erkrankten Personen stehen, geimpft. Lediglich gegen Meningokokken C wird in Deutschland kostenlos geimpft. Laut der Stiko sehe die Regelung zur Impfung folgendermaßen aus: „Die Stiko hat entschieden, erst auf Grundlage von Daten zur tatsächlichen klinischen Effektivität der Meningokokken-B-Impfung eine Entscheidung bezüglich einer möglichen Routineimpfung bei Säuglingen, Kleinkinder oder anderen Altersgruppen zu treffen“. Die Stiko rechne allerdings erst mit zuverlässigen Daten in ein bis zwei Jahren. Bisher hätten nur Daten bezüglich der Reaktion auf das Immunsystem erfasst werden können.

Behandlung von Meningokokken

Werden Meningokokken rechtzeitig erkannt und beim Arzt vorgestellt, lassen sich diese gut mit Antibiotika behandeln. Allerdings müssen dafür die Symptome erkannt werden. Problematisch ist, dass genau diese eher unspezifisch sind. Typische Merkmale sind beispielsweise Kopfschmerzen, Fieber oder Schüttelfrost. Eben diese Symptome können sich binnen weniger Stunden jedoch zu einer lebensgefährlichen Erkrankung führen, so warnt das Robert-Koch-Institut.

Registrierte Erkrankungen in Deutschland

Die verzeichneten Meningokokken-Erkrankungen im Jahr 2015 betrug eine Anzahl von 287. Dies sind 9 betroffene Personen mehr als noch im Jahr 2014. Im Vergleich gab es mehr Fälle mit dem Typ B als mit dem Serotyp C, gegen den bereits geimpft wird. Laut übermittelten Zahlen sterben etwa 10 % der Menschen, die an Meningokokken erkranken, in Folge der Krankheit.
Laut dem RKI konnten folgende Zahlen in Bezug auf Kinder ermittelt werden: „Von den 28 Todesfällen im Jahr 2015 waren 15 Kinder im Alter von 15 Jahren oder jünger“. Jedoch können die Folgen der Krankheit erheblich sein. Gerade Entwicklungsstörungen sowie Lähmungen oder Krampfanfälle seien keine Seltenheit. Auch kann es zu nötigen Amputationen von Körperteilen kommen.

Aufgrund der Zahlen und Folgeerscheinungen der Krankheit empfehlen Experten, dass Babys in Deutschland geimpft werden sollen. Jedoch betont der Zuständige für den Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, dass die Fallzahlen rückläufig seien und somit ein Impfprogramm seitens der Stiko schwierig sei.

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