Samstag, April 02, 2011 10:34 AM

Legionellen in Automatik-Wasserhähnen

© Kerstin Schwebel/ pixelio.de

Die Idee hinter der Entwicklung von Automatik-Wasserhähnen war, dass durch die Funktionsweise über Sensoren und ohne Berührungen die Hygiene erhöht wird, da sich Bakterien weniger gut verbreiten können. Doch wie Wissenschaftler im US-Krankenhaus Johns Hopkins bei der Untersuchung von jeweils 20 herkömmlichen und 20 automatischen Wasserhähnen nun nachgewiesen haben, funktioniert diese Idee in der Praxis nicht.

Die Wissenschaftler fanden im Wasser aus Automatik-Wasserhähnen dreimal so oft Legionellen wie in konventionellen Wasserhähnen: Während von den manuell bedienbaren Wasserhähnen nur 15% der Proben belastet waren, waren es bei den elektronischen Hähen 50% der Proben. In Wasser aus Automatik-Hähnen fanden die Forscher außerdem pro belasteter Probe deutlich mehr Bakterien als in herkömmlichen Hähnen.

Warum in den Automatik-Wasserhähnen ein erhöhtes Bakterienvorkommen entdeckt wurde, ist unklar. Möglich ist, dass die Bakterien in den elektronischen Armaturen mit ihren zahlreichen Schaltern, Ventilen und Regelkomponenten mehr Fläche haben, auf der sie sich sammeln und vermehren können. Denkbar ist auch, dass die komplexen elektronischen Bauteilt mit den Standard-Reinigungsmethoden nicht ausreichend desinfiziert werden.

Legionellen leben im Wasser und lösen die Legionärskrankheit und andere Infektionskrankheiten aus, die auch häufig in Krankenhäusern auftreten. Für gesunde Menschen sind die Legionellen relativ ungefährlich, aber Krankenhauspatienten, deren Immunsystem sowieso geschwächt ist, sind einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt.

Angesichts dieser Ergebnisse wurden die Automatik-Armaturen, die vor etwa 10 Jahren eingebaut wurden, um den Wasserverbrauch des Krankenhauses zu senken und zugleich das Infektionsrisiko durch Bakterien zu verringern, wieder entfernt. Auch in den Neubauten sollen nun wieder herkömmliche Wasserhähne installiert werden.

2 Meinungen zu “Legionellen in Automatik-Wasserhähnen”

  1. Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann sagt:

    Legionärskrankheit: Tote und Kranke durch Legionellen im Trinkwasser

    30.000 Legionelleninfektionen und 4.500 Todesfälle im Jahr in Deutschland: Quelle CAPNETZ Studie und u.a. Hessischer Rundfunk – Alles Wissen – Wenn Duschen krank macht – vom 11.03.2009: Jede/r 7. durch Legionellen infizierte stirbt an einer heftigen Lungenentzündung! Die Legionellen werden uns frei Haus geliefert – mit dem Trinkwasser! Im Trinkwasser Bayerns werden regelmäßig Legionellen nachgewiesen. Das wird in ganz Deutschland nicht anders sein. Technische Regeln zur Filterung und/oder Abtötung von Legionellen bei der Trinkwasseraufbereitung gibt es nicht. Die Regeln zur Elimination von Legionellen in Gebäudewassernetzen sind falsch bzw. unzureichend. Die in den technischen Regeln geforderte thermische Desinfektion und/oder Bestrahlung mit ultraviolettem Licht (UV-Bestrahlung) sind nicht oder nicht nachhaltig wirksam.

    Die Lösung liegt in der Ultrafiltration des Trinkwassers schon im Wasserwerk für rund einen halben Euro je Person und Monat und in der anschließenden Desinfektion des Trinkwassers in den öffentlichen und privaten Leitungsnetzen mit unschädlichem Chlordioxid, dessen Gehalt im Wasser ein Depot aufbauen und erhalten und deshalb online gesteuert werden muss und kann. Zuvor sind die Wassernetze mit Spülverfahren von Biofilmen zu befreien und ggf. umzubauen.

    Die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches DVGW e.V., die Trinkwasserkommission TWK und das Umweltbundesamt UBA sind aufgefordert, die Wasserversorgungsunternehmen nicht allein zu lassen und ihre technischen Regeln entsprechend anzupassen. Die aktuell im Trinkwasser geduldeten unverantwortlich hohen Legionellenzahlen sind wissenschaftlich unbegründet. Sie entsprechen lediglich der Vereinbarung der genannten Beteiligten, obwohl nach Angaben des Umweltbundesamtes bereits eine Legionelle ausreicht, um eine Legionelleninfektion auszulösen.

    Die Deutsche Umwelt- und Gesundheits-Initiative dugi e.V. beschuldigte bereits Mitte letzten Jahres die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches DVGW e.V., die Deutsche Trinkwasserkommission TWK des Bundesgesundheitsministeriums beim Umweltbundesamt UBA und das UBA selbst wegen Beihilfe zur Lieferung von Trinkwasser mit Legionellen durch die Wasserversorgungsunternehmen infolge falscher bzw. unzureichender Regelsetzung in der Wasserversorgung bei der Trinkwasseraufbereitung zur Elimination von Legionellen und bei falscher bzw. unzureichender Regelsetzung zur Bekämpfung von Legionellen in Leitungsnetzen von privaten und öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern oder Altenheimen. Die Legionärskrankheit wird regelmäßig durch Trinkwassertröpfchen z.B. beim Duschen ausgelöst. Die Mensch zu Mensch Übertragung scheidet aus. Legionellen führen zu schweren Lungenentzündungen, in jedem 7. Fall mit Todesfolge.

    In Frage kommende Straftatbestände aus dem Strafgesetzbuch: § 222 Fahrlässige Tötung, § 223 Körperverletzung, § 224 Gefährliche Körperverletzung, § 227 Körperverletzung mit Todesfolge und § 229 Fahrlässige Körperverletzung.

    In Frage kommende Straftatbestände aus dem Infektionsschutzgesetz und der Trinkwasserverordnung: Wer als Unternehmer oder sonstiger Inhaber einer Wasserversorgungsanlage für den menschlichen Gebrauch, soweit daraus Wasser für die Öffentlichkeit bereitgestellt wird, vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 Absatz 2 oder § 11 Absatz 3 der Trinkwasserverordnung Wasser als Wasser für den menschlichen Gebrauch über die zulässigen oder zulassbaren Ausnahmen hinaus abgibt oder anderen zur Verfügung stellt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handelt der Täter in diesen Fällen fahrlässig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe. Im Trinkwasser dürfen Krankheitserreger nicht enthalten sein, die eine Schädigung der menschlichen Gesundheit besorgen lassen.

    Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann
    Mühlenstraße 5 b
    48351 Everswinkel
    0 25 82 – 99 13 66
    soddemann-aachen@t-online.de
    http://sites.google.com/site/trinkwasservirenalarm/Trinkwasser-Viren

    Tags: Legionärskrankheit, Trinkwasser, Legionellen, Krankheitserreger, Infektionen, Tote, Todesfälle, Lungenentzündungen, Lunge, Entzündung, Wasserwerk, Wasserversorgung, Trinkwasseraufbereitung, DVGW, Trinkwasserkommission, TWK, Umweltbundesamt, UBA, Strafgesetzbuch, Straftatbestände, Straftat,

    Wilfried Soddemann befasst sich mit technischem Umweltschutz, Umwelt- und Trinkwasserhygiene sowie der Epidemiologie der Infektionserkrankungen in Deutschland.

    Soddemann, Wilfried
    19.05.1973 Abitur
    12.09.1974 – 12.07.1979 Studium des Bauingenieurwesens an der RWTH Aachen Diplomprüfung Gut bestanden
    03.09.1979 – 27.10.1981 Referendariat in der Staatlichen Verwaltung für Wasser- und Abfallwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen Große Staatsprüfung Gesamturteil Gut
    09.11.1981 – 31.08.1983 Landesamt für Wasser und Abfall NRW Fachgebietsleiter Abfall und Abwasser
    01.09.1983 – 31.08.1988 Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft NRW Referent Wasserversorgung, Wasserschutzgebiete
    01.09.1988 – 30.11.1988 Staatliches Amt für Wasser- und Abfallwirtschaft Bonn Trainee Personal, Haushalt, Organisation
    01.12.1988 – 30.11.1989 Bezirksregierung Düsseldorf Dezernent Abfallwirtschaft
    01.12.1989 – 28.02.1990 Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft NRW Referent Wasserversorgung, Wasserschutzgebiete
    01.03.1990 – 31.03.1994 Staatliches Amt für Wasser- und Abfallwirtschaft Aachen Amtsleiter
    01.04.1994 – 31.03.1995 Staatliches Umweltamt Aachen Abteilungsleiter Zentrale Dienste, Personal, Haushalt, Organisation, Informationstechnik, Rechtsangelegenheiten, ständiger Vertreter des Amtsleiters
    01.04.1995 – 14.02.2005 Staatliches Umweltamt Aachen, Amtsleiter
    01.12.2005 – heute Ruhestandsbeamter des Landes Nordrhein-Westfalen

  2. Rainer Kaifel sagt:

    Das ist uns seit langem bekannt wenn man nur das Magnetventil betrachtet. Dies hat kleine Nischen welche thermisch nicht erreicht werden können und chemisch, auf Grund von kleinen Metallfedern, nicht desinfizierbar sind.

    Je mehr Technik im Wasserhahn, z.B. auch hydraulisch selbstschließende Armaturen in öffentlichen Duschen, um so mehr Nischen sind vorhanden.

    Wobei in gleichen Zusammenhang immer wieder darauf verwiesen werden muss, dass Aufheizen von Wasser so oder so nur TOC oder einfach Bakterienleichen = Nahrung produziert und zudem nicht nützen kann, da sich in jeder Armatur, meist im Bereich oben genannter Nischen, eine Temperatur von 37°C als Mischwassertemperatur einstellt. Absolut unvermeidbar. LEGIO hat dies auf seinen Internetseiten dargestellt.

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