Donnerstag, März 24, 2011 19:44 PM
Opfer frühkindlicher Gewalt sind anfälliger für Krankheiten
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Wer als Kind Gewalterfahrungen gemacht hat, ist nicht nur psychisch traumatisiert, sondern auch anfälliger für körperliche Erkrankungen.
Mediziner und Psychologen erforschen seit geraumer Zeit den Zusammenhang zwischen psychischen Traumata in der Kindheit und gesundheitlichen Folgen im Erwachsenenalter. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Betroffene im Erwachsenenalter anfälliger für Herzkrankheiten, Diabetes Typ 2 und chronische Schmerzstörungen sind.
Johannes Kruse, Direktor der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, erklärt, dass sich die frühkindlichen Gewalterfahrungen in Psyche und Körper einbrennen und diesen so anfälliger für die genannten Krankheiten machen. Allerdings hat auch der Lebensstil der Betroffenen mit der erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten zu tun, denn viele traumatisierte Menschen ernähren sich ungesund, bewegen sich wenig und rauchen.
Hinzu kommt, dass Gewaltopfer auch im Erwachsenenalter besonders heftige Stressreaktionen zeigen. Unter Belastung schüttet ihr Körper vermehrt und über einen längeren Zeitraum hinweg Stresshormone aus. Dies kann dazu führen, dass Atemfrequenz, Blutdruck und Puls besonders schnell erhöht werden. Darüber hinaus haben Untersuchungen gezeigt, dass viele Trauma-Opfer unter chronischen Entzündungen leiden, die ebenfalls den Blutgefäßen schaden und so den Nährboden für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereiten können.
