Montag, März 26, 2012 09:52 AM
Organspende Gesetz: Regierung beschließt Befragung
Foto: Gerd Altmann / pixelio.de
Weil in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen vergeblich auf ein Spenderorgan warteten und nur rund 15 Prozent aller Deutschen über einen Organspendeausweis verfügen, hat sich die Bundesregierung dazu entschlossen, zu handeln und eine Neuregelung auf den Weg gebracht.
Konnte die Bereitschaft zur Organspende bislang lediglich selbst in Form eines Spenderausweises oder ausdrücklich gegenüber Angehörigen erklärt werden, so soll in Zukunft die Zahl der Spender dadurch deutlich erhöht werden, dass die Spendebereitschaft regelmäßig aktiv abgeklopft wird. So sollen die gesetzlichen Krankenkassen künftig dazu verpflichtet werden, ihre Mitglieder in regelmäßigen Abständen zu fragen, ob sie ihre Organe nach dem Tod spenden wollen.
Nach einer ausführlichen Debatte stimmten alle Fraktionen des Bundestages dieser Variante zu. Das nötige Gesetzgebungsverfahren soll bis zum Sommer abgeschlossen sein und die Neuregelung schon dann greifen.
Dass eine deutlich höhere Spendenzahl als die zuletzt 14,7 pro eine Million Einwohner möglich ist, zeigt das Beispiel Spanien, wo die sogenannte Widerspruchslösung gilt und auf eine Million Einwohner 34 Organspenden kommen. Jeder Spanier gilt grundsätzlich als potentieller Organspender, es sei denn er spricht sich aktiv dagegen aus.