Studie: Eisen-Tabletten schaden der DNA
© segovax / pixelio.de

Studie: Eisen-Tabletten schaden der DNA

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In den vergangenen Wochen haben die Meldungen über überflüssige Nahrungsergänzungsmittel deutlich zugenommen. Während Sportler gut und gerne auf zusätzliche Proteine in Form von Pulver oder Riegel verzichten können, ist auch eine Einnahme von Vitamin C selbst im Winter in der Regel nicht nötig.

In einigen Fällen können Nahrungsergänzungsmittel sogar schädlich sein. Bekannt ist etwa hinlänglich, dass zu viel Magnesium zu Problemen im Magen-Darm-Bereich und dabei vor allem zu Durchfall führen kann. Darüber hinaus sind aber auch noch schwerwiegendere Folgen möglich, wie nun eine in der Fachzeitschrift “Plos one” vorgestellte Studie des “Imperial College London” zeigt. Demnach können Eisen-Tabletten, deren Einnahme weit verbreitet ist, schon innerhalb kurzer Zeit Schäden an der DNA verursachen.

Eisen-Konzentration in Tabletten zu hoch

Eigentlich sollen Nahrungsergänzungsmittel dem Körper ja dabei helfen, vorhandene Mangelerscheinungen auszugleichen. Und Eisenmangel ist einer der häufigsten Mängel in den Industrienationen, weshalb gerade hier die zusätzliche Einnahme von eisenhaltigen Präparaten keine Seltenheit ist. So gibt es den Londoner Wissenschaftlern zufolge alleine in England und Wales etwa sechs Millionen Verschreibungen für Eisen-Tabletten pro Jahr. In Deutschland dürften es damit noch etwas mehr sein, halten sich die Unterschiede zwischen der Bundesrepublik und Großbritannien doch in derlei Hinsicht meist in Grenzen.

Eisenmangel kann unter anderem zu diffusem Haarausfall, brüchigen Nägeln, Kopfschmerzen, Schwindelgefühlen, Konzentrationsstörungen und Müdigkeit führen, bleibt oftmals aber auch lange Zeit ohne Symptome dieser Art. Weil die beschriebenen Symptome aber auf Dauer durchaus unangenehm sein können, wollen Betroffene Gegenmaßnahmen ergreifen, was oft auch auf Anraten des Arztes in Form von Eisen-Tabletten geschieht. Problematisch ist dabei allerdings, dass die Zusatzpräparate nicht nur ausreichend, sondern meist viel zu viel Eisen liefern.

Denn laut den englischen Forschern kann die hohe Eisenkonzentration in handelsüblichen Tabellen schon innerhalb von nur zehn Minuten zu Schäden an der DNA führen. Daher empfehlen die Wissenschaftler den Herstellern, den Eisengehalt in den Ergänzungsmitteln zu überdenken.

Eisenbedarf über die Ernährung decken

Grundsätzlich ist es aus Sicht von Ernährungsexperten nicht nötig, zusätzlich Eisen einzunehmen. Insbesondere Männer können darauf verzichten, sofern sie nicht an Krankheiten mit chronischem Blutverlust leiden. Bei Frauen kann dagegen die Menstruation eisen Eisenmangel entstehen lassen und Schwangere sowie Stillende haben zudem einen deutlich erhöhten Eisenbedarf von 27 Milligramm Eisen pro Tag. Bei allen anderen Frauen liegt der Bedarf bei 15 bis 18 Milligramm am Tag.

Wie auch im Hinblick auf Vitamine oder Mineralstoffe gilt auch bei Eisen, dass es deutlich sinnvoller ist, den Tagesbedarf über die normale Ernährung zu decken. Viel Eisen ist beispielsweise in Schweineleber oder Kalbsnieren sowie in Sojabohnen oder Erbsen enthalten. Wer auf vegane Ernährung setzt, findet zudem in verschiedenem Obst (Kirschen, Heidelbeeren, Brombeeren) oder daraus gemachten Säften viel Eisen vor.

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