Studie: Risiko für Haut- und Brustkrebs steigt mit der Körpergröße
© marika / pixelio.de

Studie: Risiko für Haut- und Brustkrebs steigt mit der Körpergröße

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Viele Risikofaktoren für Krebserkrankungen sind bereits bekannt. Schwedische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass neben als schädlich bekannten Dingen wie Rauchen oder Übergewicht auch die Körpergroße eine Rolle spielen kann. Laut dem Team um Emelie Benyi vom Stockholmer Karolinska Institutet haben größere Menschen ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken, insbesondere an Haut- und Brustkrebs.

Zu diesem Schluss kamen die Wissenschaftler, die damit einige bereits länger bekannte, aber relativ kleine Studien bestätigten, nach der Auswertung der Daten von 5,5 Millionen Menschen, die zwischen 1938 und 1991 in Schweden geboren wurden. Die Möglichkeit zu einer solch umfassenden Untersuchung besteht in Schweden, weil dort jeder Bürger eine persönliche Identifikationsnummer besitzt, die sich unter anderem auch im nationalen Krebsregister wiederfindet. Mit Hilfe dieser umfangreichen Daten setzten die Forscher alle bei Menschen ab 20 Jahren aufgetretenen Krebsfälle in Relation zur Körpergröße und bekamen unter dem Strich ein durchaus aussagekräftiges Ergebnis.

Hautkrebsrisiko steigt enorm

Im Rahmen des Kongresses der europäischen Gesellschaft für pädiatrische Endokrinologie stellten die Wissenschaftler ihre Ergebnisse vor und berichteten von einem je zehn Zentimeter Körpergröße bei Männern um elf und bei Frauen sogar um 18 Prozent ansteigenden Krebsrisiko. Besonders markant ist das erhöhte Risiko für schwarzen Hautkrebs, das je zehn Zentimeter Körpergröße sogar um 30 Prozent wächst. Ähnlich sieht es beim Brustkrebsrisiko bei Frauen aus, das pro zehn Zentimetern um 20 Prozent steigt.

Nachweisliche Gründe für diese Ergebnisse konnten die Wissenschaftler nicht liefern, doch es existieren mehrere Erklärungsansätze, die allesamt logisch klingen. So produzieren etwa größere Menschen von Natur aus mehr Wachstumsfaktoren, die im Kindes- und Jugendalter dafür sorgen, dass letztlich die finale Körpergröße erreicht wird, im Erwachsenenalter aber auch für das Wachstum von Krebs verantwortlich sein könnten. Ein weiterer Ansatz zielt darauf ab, dass große Menschen schlichtweg mehr Körperzellen besitzen und damit rein mathematisch schon ein höheres Risiko dafür besteht, dass Zellen entarten.

Kein Rückschluss auf das individuelle Risiko

Studienleiterin Benyi betonte allerdings, dass die Studienergebnisse keinen Schluss auf das individuelle Krebsrisiko zulassen. Auch deshalb, weil in vielen Fällen vor allem auch Umwelteinflüsse ein Grund für die Entstehung von Krebs sind. Deshalb riet Benyi in ihrem Fazit allen und nicht nur vergleichsweise großen Menschen auf den persönlichen Lebensstil zu achten.

Indem man auf Rauchen verzichtet, auf eine gesunde Ernährung und in diesem Zusammenhang auf ein normales Gewicht achtet, kann jeder Mensch sein persönliches Risiko zumindest im Hinblick auf “hausgemachte” Risikofaktoren selbst begrenzen. Selbiges betrifft vor allem auch den Umgang mit der Haut – indem Sonnenbrände vermieden und insbesondere die stärkste UV-Strahlung im Sommer gemieden wird, steigt das Hautkrebsrisiko zumindest nicht durch eigenes Zutun an.

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