Dienstag, März 29, 2011 19:03 PM
Tod durch Narkosemittel bei Darmspiegelungen
© Jens Goetzke/ pixelio.de
Nach einer aktuellen Untersuchung der Medizinischen Hochschule Hannover fordert der Einsatz des Narkosemittels Propofol bei Magen-Darmspiegelungen jedes Jahr mehrere Todesopfer.
Wie das Nachrichtenmagazin “Focus” unter Berufung auf die Studie berichtet, gibt es pro 10.000 Untersuchungen drei Todesfälle. Rechnet man diese Zahl auf die Gesamtzahl der Untersuchungen hoch, die in einem Jahr durchgeführt werden, sind das 180 Todesfälle pro Jahr.
Das Narkosemittel Propofol geht mit zahlreichen Nebenwirkungen einher. Zu diesen gehören Muskelkrämpfe, Blutdruckabfall, eine zu langsame und aussetzende Atmung. Der Heilbronner Anästhesie-Chefarzt und medizinische Gutachter Uwe Schulte-Sasse berichtete gegenüber dem “Focus”, dass es in manchen Fällen bei der Sedierung eines Patienten mit Propofol sogar zur Bewusstlosigkeit kommen kann. Dann wäre auf jeden Fall die Anwesenheit eines zweiten Mediziners erforderlich.
Schulte-Sasse kritisiert, dass viele niedergelassene Gastroenterologen ihren Patienten die Untersuchung so angenehm wie möglich machen möchten und dabei aber zu sorglos mit dem Medikament umgehen.
Propofol ist erst kürzlich zu trauriger Berühmtheit gelangt, als Popstar Michael Jackson an einer Überdosis dieses Medikaments starb. Sein Arzt Conrad Murray, der ihm das Mittel verabreicht hatte, muss sich deshalb ab dem 9. Mai wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten.
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