UN: Blauhelme haben Cholera nach Haiti eingeschleppt

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Was die Haitianer lange vermuteten, wurde von Experten der Vereinten Nationen nun bestätigt: Die im Oktober 2010 ausgebrochene Cholera-Epidemie, die in Haiti knapp 5.000 Menschenleben forderte und bislang rund 300.000 Menschen infizierte, wurde von Blauhelmsoldaten der UNO-Truppe Minustha aus Nepal eingeschleppt.

Zu dem Ergebnis kamen Wissenschaftler aus Bangladesch, Indien, Peru und den USA, die im Auftrag der Vereinten Nationen den Ausbruch der Cholera-Epidemie untersucht haben, in ihrem 32-seitigen Abschlussbericht. Dort heißt es, dass der tatsächlich aus Südasien stammende Cholera-Erreger sich aufgrund der in Haiti herrschenden mangelhaften hygienischen Bedingungen sowie Schlamperei schnell ausbreiten konnte.

Am 17. Oktober 2010 wurde in dem Städtchen Mirebalais oberhalb des Artibonite-Flusses der erste Cholera-Kranke registriert. Nur drei Tage später traten dann die ersten Cholerafälle 80 Kilometer nordwestlich im Mündungsgebiet des Artibonite auf. Die ansässigen Bewohner hatten die nepalesischen Blauhelm-Soldaten für die Epidemie verantwortlich gemacht. Ihren Angaben zufolge sollen die in Mirebalais stationierten Blauhelme den Fluss Artibonite mit Fäkalien verschmutzt und dadurch den Ausbruch der Krankheit provoziert haben. In dem Bericht wird die UNO von einer direkten Schuld freigesprochen, da die Latrinen im Blauhelme-Lager von einem lokalen Unternehmen unterhalten worden seien, welches nicht sauber gearbeitet habe.

Um in Zukunft ähnliche Vorfälle zu vermeiden, empfiehlt die Expertenkommission der UNO deshalb, bei künftigen Blauhelmeinsätzen darauf zu achten, das Personal aus Cholera-Gebieten vor Einsätzen geimpft werden und vorsorglich mit Antibiotika behandelt werden muss. Außerdem sollten die Latrinen nur von eigenem, dafür ausgebildetem Personal unterhalten werden sowie mögliche Krankheitserreger in den Exkrementengruben vor der Entsorgung in geschlossenen Kreisläufen chemisch aufbereitet werden, um sie abzutöten.

Ein Kommentar

  1. Unfassbar.. aber für Haiti interessiert sich eh keiner, sonst hätte ja mal jemand zumindest einen Teil der vielen Spenden überwiesen…

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